Macht Sozialpsychologie paranoid ?

Wie viele Studenten haben nach dem Modul „Sozialpsychologie“ wohl schon ihr Studium abgebrochen, um freiberufliche Verschwörungstheoretiker zu werden ?
So leichtverdaulich das Skript auch geschrieben ist: Die Inhalte liegen mir schwer im Magen. Nach jedem kleinen Abschnitt verkeilt sich das Gelesene in meinem Hirn – zwischen Gedanken wie

  • „Ach so funktioniert das ?“
  • „So funktioniere ich in der Gesellschaft ?“
  • „So beeinflussen mich die Medien ?“
  • „So funktioniert Politik ?“
  • usw…

Viel zu viele anschauliche Beispiele

Und wie ist das jetzt mit den politischen und gesellschaftlichen Meinungsmachern… gilt da
„Denn sie wissen nicht was sie tun…“ ?
– dann sollten die dringend mal ne Fortbildung machen.

oder wissen die vielmehr genau, was sie tun ?
– dann sollten wir Meinungsgemachten uns dringend (fort-)bilden

Angesichts der derzeitigen Bildungspolitik dann meine Verschwörungstheorie:
Sie wissen, was sie tun – besser, wenn wir es nicht so genau wissen… und funktionieren.

M4 is voll anstrengend…

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5 responses to “Macht Sozialpsychologie paranoid ?

  • Vera

    Es mag vielleicht daran liegen, dass ich mich in einem – wenn auch lange zurückliegenden – Studium (leider abgebrochen, mache ich nie wieder!) schon ein wenig mit den Themen beschäftigt hatte und von daher in M4 eigentlich immer nur dachte: „ja klar, so funktioniert das“.
    Dagegen liegt mir jetzt M5 im Magen: Entwicklungspsychologie, da geht es bei mir ans Eingemachte.

    Ist sicher unvermeidlich, dass man im Laufe so eines Studiums auf seine persönlichen Problemthemen stößt.

  • ponyQ

    Hallo Vera!

    Danke für deine Rückmeldung. Gut zu hören, dass andere auch „seelische (?) Verdauungsschwierigkeiten“ haben 😉
    Vielleicht bin ich einfach blind, aber im Moment sehe ich kaum einen Studenten, der mal die Nase aus dem Studienbrief kriegt,um das Gelesene mit der „Welt“ abzugleichen… weder mit seiner persönlichen noch mit der allgemeinen.
    Ich frage mich, ob es am Bachelor-Studium liegt… ob vielleicht neben dem ganzen Input kein Platz für „persönliche Entwicklung“ übrig bleibt ?
    Bitte sag, das sei nur meine ganz eigene Wahrnehmungsstörung, basierend auf meinen Vorurteilen gegen Psychologen… 🙂

    Wünsch dir noch einen schönen Sonntag!

  • Vera

    Hi!
    In der (Real-)Lerngruppe haben wir die M4-Themen immer wieder „mit unserer Welt“ abgeglichen und diskutiert. Das fand ich ganz wichtig… überhaupt ist mir meine Lerngruppe eine Stütze im Studium.
    Von diesen Lerngruppen-Aktivitäten sieht man ja in Moodle nicht viel, das läuft in den Gruppenforen oder eben wo anders ab.
    Ich denke: wer ernsthaft studiert, der schaut auch mal aus den Studienbriefen auf und in der Welt herum.

    • ponyQ

      Okay – ich gehe also von einer moodlevermittelten Wahrnehmungsselektion aus und fühle mich getröstet. 🙂

      • Psychanra

        hi ponyQ,

        also mir geht es in M4 dauernd so, wie du es oben beschrieben hast (wenn ich es richtig verstanden habe). Ich habe ganz viele Aha-Effekte und nehme neben dem akademischen Wissen sehr viel für mich persönlich aus diesem Modul mit. Es hilft mir, einiges zu verstehen, was ich vorher nicht verstanden habe. Es kommt aber auch oft vor, dass ich meine Meinung einfach bestätigt finde. Bisher war das nur meine Meinung, jetzt habe ich plötzlich wissenschaftlich dafür sprechende Forschungsergebnisse 😀 das ist super. Und dann gibt es auch noch den umgekehrten Fall, dass die Wahrscheinlichkeit menschlichen Verhaltens in einer Richtung bestätigt wird, die mir gar nicht gefällt, weil ich doch eigentlich so ein schönes positives Menschenbild pflegen möchte und ja auch von mir selbst habe. Und da bekommen dann plötzlich die Pessimisten um mich herum Recht 😦 Aber sogar das gefällt mir in dem Sinne, dass hier in der Wissenschaft so schön deutlich davon gesprochen wird, dass es um Wahrscheinlichkeiten geht und nicht um Naturgesetze. Jede/r ist also trotzdem noch in der Lage, sich anders als die Mehrheit zu verhalten und ein nicht unerheblicher Teil tut das auch. Das versöhnt mich wieder und ich kann es nun den Pessimisten auch entgegenhalten 😉
        Wünsche dir weiterhin viel Spaß im Studium
        Herzliche Grüße
        Psychanra

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